Dienstag, 28. Juni 2016

[Rezension] "Darkmouth - Der Legendenjäger" von Shane Hegarty

Erschienen bei Oetinger im Februar 2015 | Übersetzt von Bettina Münch | Illustrationen von Moritz Schaaf
Hardcover | 368 Seiten | ISBN: 978-3-7891-3725-9 | 16,99 € | Kaufen

"Darkmouth" | 1. Der Legendenjäger | 2. Die andere Seite3. Die Legenden schlagen zurück
Es gibt 1000 Gründe, nach Darkmouth zu kommen. Und eine Million, es lieber zu lassen. Das Leben des zwölfjährigen Finn ist alles andere als langweilig. Denn er ist der Sohn des letzten amtierenden „Legendenjägers“ von Darkmouth. Dabei will er mit den Monstern eigentlich gar nichts zu tun haben! Doch als der finstere Riese Gantrua plant, geheime Portale zur „Verseuchten Seite“ zu öffnen und die gruseligsten und gefährlichsten Legenden auf Darkmouth loszulassen, hat Finn keine Wahl. Gemeinsam mit seinem Vater und der vorwitzigen Emmie stellt er sich dem großen Kampf.
(Quelle: Oetinger)
Finn steht kurz vor seiner „Vollendung“, einem Ritual, das ihn als vollwertigen Legendenjäger auszeichnet, doch eigentlich will er gar keiner sein. Doch er hat ein Problem: Sein Heimatort Darkmouth ist der letzte Ort auf der Welt, der von Monstern, den sogenannten Legenden, heimgesucht wird und er ist der einzige Sohn des letzten aktiven Legendenjägers, der für die Sicherheit Darkmouth‘ verantwortlich ist. Leider ist Finn alles andere als begabt auf dem Gebiet der Legendenjagd und hofft, dass er diese Verantwortung nie übernehmen muss. Doch es kommt wie es kommt und plötzlich steht die ganze Stadt Kopf und Finn muss beweisen, was in ihm steckt.

Finn ist ein sympathischer Protagonist, den man nur zu gut verstehen kann. Er ist ziemlich tollpatschig, was er in seiner Ausbildung zum Legendenjäger mehr als einmal bewiesen hat. Doch er steht für das ein, was ihm wichtig ist und ist somit ein starker Charakter. Ich denke, dass sich die Zielgruppe des Buches gut mit ihm identifizieren kann.

Das Buch bietet zwar Monster und seltsame Geschehnisse, doch genauso wichtig sind Themen wie Familie und Freundschaft. Obwohl Kinderbücher oft dazu neigen, Erwachsene etwas „begriffsstutzig“ darzustellen, schafft Shane Hegarty es, Erwachsene einzubringen, die weniger realitätsfern dargestellt werden.

Illustrationen

Das Cover ist ungewöhnlich und verspricht eine schaurig-gruslige Monstergeschichte. Der Buchschnitt ist komplett schwarz, was ungewöhnlich ist, und zieht so die Aufmerksamkeit auf sich. Zudem sind im Buch auf ziemlich jeder Seite Illustrationen zu finden. Ab und zu sind die Seiten auch komplett schwarz und die Schrift darauf weiß – was beim Lesen einen spannenden Effekt erzeugt. Ebenso werden bestimmte Schriftzüge, wie zum Beispiel Graffitis, auch in der entsprechenden Schrift abgebildet. Das Buch ist also von vorne bis hinten eine Besonderheit.

Dieses Buch kann ich sehr empfehlen, da es für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren gleichermaßen spannend und unterhaltsam ist. „Darkmouth – Der Legendenjäger“ ist ein spannender Auftakt einer Reihe, der vielversprechend endet. Ich bin also rundum zufrieden. Shane Hegarty verbindet genau die richtige Portion Moral und Monster um das Buch ansprechend zu machen – für Kinder und auch Erwachsene.

Die Illustrationen, das Design und das Experimentieren mit den verschiedenen Schriften machen das Buch zusätzlich interessant. An dieser Stelle also ein Lob an den Verlag für die schöne und ansprechende Umsetzung.

Liebe Eltern, lasst euch nicht von dem „gruseligen“ Aussehen abschrecken – Das Buch ist lustig und unterhaltsam, aber auch in den richten Momenten emotional und realistisch. Werte wie Familie und Freunde werden groß geschrieben und tragen wesentlich zur Entwicklung der Geschichte und des Protagonisten Finn bei. 

Montag, 27. Juni 2016

{Montagsfrage} Non-Fiction vs. Fiction


Es ist mal wieder Montag und somit Zeit für die Montagsfrage von Buchfresserchen, bei der ich ja leider letzte Woche ausgesetzt habe. Heute gibt es aber eine spannende Frage: 

Wie ist bei dir das Verhältnis zwischen Fiktion und Non-Fiktion, wenn du dein Leseverhalten betrachtest?


So richtig in Prozenten kann ich das nicht ausdrücken, aber ich lese eindeutig mehr Fiktion. Zwar habe ich einige Sachbücher, Biografien und ähnliches im Bücherregal stehen, aber leider kommt es viel zu selten dazu, dass ich diese auch lese. 

In der Challenge-Gruppe "Zukunft VS Vergangenheit" bei Lovelybooks steht aber für den nächsten Monat das Monatsgenre "Sachbuch und Biografie an, weshalb ich mir natürlich auch welche vorgenommen habe. 

Meine "Want to read"-Bücher für den Juli aus diesem Genrebereich seht ihr hier: 


Lest ihr auch mehr Fiktion oder schiebt ihr regelmäßig Non-Fiktion dazwischen? Habt ihr bereits eines meiner ausgesuchten Bücher gelesen? 


Dienstag, 21. Juni 2016

{Hamburg Rain 2085} Informationen zur 2. Staffel sind da!

Dieses Bild ist von der Facebookseite "Hamburg Rain 2084"

Heute habe ich Neuigkeiten für euch bezüglich der dystopischen Reihe "Hamburg Rain", die von Rainer Wekwerth betreut wird.

Zwar sind die Informationen noch recht spärlich gesät und von offizieller Seite gibt es noch keine konkreten Mitteilungen, doch was bereits bekannt ist, fasse ich hier für euch zusammen.


  • Laut Rainer Wekwerths Facebookseite, erscheint die neue Staffel im Herbst 2016
  • Er selbst wird wieder ein Prequel dazu schreiben, das kostenlos erhältlich sein wird.
  • Die 2. Staffel spielt im Jahr 2085, also ein Jahr nach den Ereignissen der 1. Staffel
  • Es kommen zwei neue Autoren ins "Hamburg Rain"-Team
  • Am 14. Juni gab die Facebookseite "Hamburg Rain 2084" bekannt, dass die Geschichten nun fertig sind und das Lektorat beginnt. 

Diese Autoren sind wieder dabei!

  • Stella M. Lieran. Darüber freue ich mich sehr, da mir ihr Teil "Risse im Fundament" sehr gut gefallen hat, mir aber etwas zu kurz war. Deshalb freue ich mich nun mehr aus ihrer Feder zu lesen. 
  • Ralf Wolfstädter. Auch darüber freue ich mich. Zwar hat sein Band "nur" 4 Sterne bekommen, das lag aber am abrupten Ende. Sein Schreibstil hat mich überzeugen können. 
  • Claudia Pietschmann. Darauf bin ich gespannt... "V2" war für mich leider ein Flop und auch sprachlich, war es mir teilweise etwas zu unpassend. Mal sehen wie der neue Teil wird - vielleicht kann die Autorin mich ja überzeugen. (Im Juli erscheint im Arena-Verlag übrigens auch ein Jugendbuch von ihr)
  • Heike Wahrheit. Ihr Buch "Sundown" war der erste Teil der Reihe, den ich gelesen habe und konnte mich sehr gut unterhalten. Nach diesem Buch hatte ich richtig Lust, die Reihe zu lesen. 

Und das sind "Die Neuen"


Viel ist über die Beiden noch nicht bekannt, aber wie auch die Facebookseite von "Hamburg Rain 2084" ankündigte, wird sich das natürlich noch im Laufe des Jahres ändern. 

Ich bin jedenfalls gespannt, was die neue Staffel zu bieten haben wird. In meiner Reihenrezension zur 1. Staffel habe ich ja schon meine Meinung bezüglich möglicher Fortsetzungen geäußert und ich lasse mich überraschen, inwiefern die neue Staffel dem gerecht wird. 

Habt ihr "Hamburg Rain 2084" gelesen? 
Was war euer Lieblingsteil?

Ich werde auch weiterhin Informationen zu der neuen Staffel auf meinem Blog veröffentlichen.

Sonntag, 19. Juni 2016

[Interview] Jürgen Schaefer erzählt über Kuba


5 Fragen an... Jürgen Schaefer


Vor einiger Zeit habe ich das Buch "Gebrauchsanweisung für Kuba" gelesen und war sehr angetan davon. In diesem Buch erzählt Jürgen Schaefer, der auf Kuba gelebt und gearbeitet hat und deshalb einige Erfahrungen sammeln konnte, über das Land, die Leute und über die Geschichte der ganz besonderen Insel in der Karibik. Meine Rezension zum Buch könnt ihr ►hier lesen.

Nachdem ich meine Rezension veröffentlicht hatte entstand ein netter Kontakt zu dem Autor und Jürgen hat sich bereit erklärt einige Fragen für meinen Blog zu beantworten.

Der Autor

Jürgen Schaefer, Jahrgang 1965, berichtet als Reporter seit 1998 über Kuba. Er hat vier Jahre in Havanna gelebt und war von 2001 bis 2004 permanent als Korrespondent auf Kuba akkreditiert. Seitdem reist er jedes Jahr auf die Insel. Er ist mit einer Kubanerin verheiratet. Seit 2005 arbeitet er als Redakteur beim Magazin GEO in Hamburg und hat dort unter anderem das »GEO Special Kuba« konzipiert und betreut.
(Quelle: Piper)

Die 5 Fragen


Was hat dich zum ersten Mal nach Kuba geführt?

Ein Fotograf rief mich an und sagte: Ich habe diese Geschichte über alte Männer in Kuba, die eine CD aufgenommen haben – sollen wir das nicht zusammen machen? Es war der Buena Vista Social Club, den damals noch niemand in Deutschland kannte. Die Musiker lebten alle sehr bescheiden und waren unglaublich freundlich und offen. Tolles Thema, wir sind einen Monat lang durchs Land gereist und haben überall Live-Musik gehört. 

Was war das Seltsamste, was dir dort passiert ist?

Kuba steckt voller Absurditäten, die einen entweder in den Wahnsinn treiben oder eine ewige Quelle der Heiterkeit sein können, je nach Gemütslage. Ungefähr so: Du brauchst eine Kopie für einen offiziellen Antrag, es ist eilig und wichtig, und du gehst zum Copy-Shop, doch der Kopierer ist kaputt. Sie haben den Techniker angerufen, aber sein Auto springt nicht an. OK, dann gehst du zwei Stunden später noch einmal hin, der Techniker ist da und trinkt Kaffee, weil ein Teil fehlt, das sie erst besorgen müssen. Du kommst zwei Stunden später wieder, das Teil ist da, aber der Laden ist dunkel: Stromausfall. Zwei Stunden später kommst du wieder, und sie sagen; die gute Nachricht ist, der Kopierer funktioniert wieder, die schlechte, es gibt kein Papier. So zieht sich das dann über Tage hin. Das Leben in Kuba ist eine Abfolge derartiger Kettenreaktionen. Das lehrt Gelassenheit.  

Wie ist es zu dem Buch "Gebrauchsanweisung für Kuba" gekommen? Hattest du das schon länger geplant?

Ich war vor 18 Jahren zum ersten Mal in Kuba, habe vier Jahre dort gelebt und fahre jedes Jahr hin. Ich habe das Land der Länge und Breite nach bereist, habe als Journalist viele Aspekte der kubanischen Realität recherchiert und aufgeschrieben. Da haben sich über die Jahre so viele Erlebnisse und Erkenntnisse angesammelt, dass es nahe lag, das in einem Buch zusammenzufassen. Die "Gebrauchsanweisung" ist eine wirklich schöne Reihe des Piper-Verlags; das gilt auch für die anderen Länderausgaben. Deswegen freut es mich sehr, dass mein Buch gerade dort erscheint.

In einer Amazon-Rezension habe ich gelesen, dass sich die Person mehr "Gebrauchsanweisungen" gewünscht hat. Könntest du 3 Tipps für die Reise ach Kuba geben?

1. Übe Gelassenheit. Vieles in Kuba funktioniert nicht so, wie wir das gewohnt sind. Wenn der Bus zusammenbricht: Genieß die Aussicht. Wenn das Hotel ausgebucht ist, obwohl du reserviert hast: Such dir ein Privatzimmer. Wenn es nur die Hälfte von dem gibt, was auf der Karte steht: Lass dir was empfehlen. Kubaner sind Weltmeister im Improvisieren, und für jedes Problem gibt es eine Lösung, auch wenn das dauert.

2. Sonnenuntergang am Malecón in Havanna. Wenn ich in Havanna bin, findest du mich zur blauen Stunde meistens am Malecón, wie Hunderte Habaneros, die dort frische Luft schnappen. Man kommt leicht ins Gespräch, kann dem Posaunisten zuhören, der dort übt, oder kann sich einfach auf die Mauer setzen, die Beine baumeln lassen und aufs Meer schauen. Auch nett: Die Terrasse des Hotel Nacionál am Nachmittag.

3. Das Hotel Los Jazmines in Viñales. Nicht das beste Hotel Kubas, aber die Aussicht auf die Mogotes finde ich immer noch herausragend schön.

Du hast bereits vor "Gebrauchsanweisung für Kuba" ein Sachbuch geschrieben. In "Lob des Irrtums" geht es darum, dass Fehler für unser Leben nicht grundsätzlich schlecht sind und es besser wäre, diese öfter zuzugeben. Warum hast du dich für dieses Thema entschieden?

Das Thema ist aus einer Titelgeschichte für die Zeitschrift GEO entstanden, für die ich als Redakteur arbeite. Bei der Recherche für das Thema war klar, dass sich da viel mehr erzählen lässt, als in einen Magazinbeitrag passt. Was mich am meisten daran fasziniert hat: Der Umgang mit Fehlern ist ein Schlüssel zu einem entspannten und fröhlichen Leben. Fehler sind eine wunderbare Tür ins Unbekannte, wenn wir neugierig mit ihnen umgehen.   

Ich bedanke mich ganz herzlich bei dir, Jürgen, für den netten Email-Kontakt und die Beantwortung meiner Fragen!

Dienstag, 14. Juni 2016

[Rezension] "Auf den Spuren von William Shakespeare" von Ellen Alpsten

Erschienen bei Knesebeck am 14.03.2016 | Fotografien von Helene Sandberg 
Hardcover mit Schutzumschlag | 144 Seiten | 200 farbige und s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-86873-928-2 | 29,95 € | Kaufen

Diese wunderbare Bilderreise spürt Leben und Zeit William Shakespeares nach und führt uns an die Orte, an denen der Dichter lebte und die ihn zu seinen Werken inspirierten. Anhand historischer Bilder und Stiche sowie zahlreicher neuer Aufnahmen taucht der Leser ein in die Zeit William Shakespeares und besucht Stratford-upon-Avon oder das elisabethanische London mit dem Globe Theatre. Anschauliche und lebendige Texte gewähren Einblick in Leben und Gesellschaft zu jener Zeit, und es wird auch dem Geheimnis um die Person William Shakespeares selbst nachgegangen.
(Quelle: Knesebeck)
In diesem Bildband finden sich zahlreiche Informationen zu Shakespeares Leben, seinen Werken, aber auch seiner Zeit generell. Die Texte sind kurzweilig, leicht und sehr informativ geschrieben. Die Autorin hat sich Mühe gegeben, die Fakten, Zahlen und Personen so einzufügen, dass die Sätze nicht überladen wirken, sondern diese Informationen scheinbar nebenbei „mittragen“.



Die einzelnen Kapitel des Buches laden dazu ein, darin zu stöbern – Dieser Bildband ist eher eine Lektüre für Zwischendurch, in der man immer mal wieder einen Abschnitt durchblättert, als ein Buch, das man von vorne nach hinten liest.

Mich hat es zum Teil etwas gestört, dass englische Begriffe nicht extra hervorgehoben wurden. Denn, der englischen Grammatik entsprechend, waren die Nomen klein geschrieben, sodass es nicht selten vorkam, dass ich den Satz zweimal lesen musste, bis ich verstand, was gemeint war. Wenn die Anführungszeichen für Namen vorbehalten sind, so hätte man die englischen Begriffe zumindest kursiv darstellen können. Das war also ein kleines Ärgernis, doch den Inhalt beeinflusste es nicht negativ. Mir hat es sogar gut gefallen, dass die richtigen, englischen Begriffe genutzt wurden und so auch dem deutschen Leser, die „echten“ Begriffe nahegelegt wurden.


Abbildungen

Da es sich bei diesem Buch um einen Bildband handelt, ist es nicht erstaunlich, dass auch eine ganze Menge an Abbildungen zu finden sind. Diese sind sehr gut gewählt und mit dem Text arrangiert. Es finden sich sowohl Fotos von nachgestellte Szenen als auch Gemälde, Fotos und Karten. Die Mischung ist sehr schön und die nachgestellten Szenen bieten einen authentischen Blick in Shakespeares Vergangenheit. 
Mir hat der Bildband gut gefallen. Mich hat besonders gefreut, dass die Texte leicht zu lesen und sowohl lehrreich als auch unterhaltsam sind. Leider passiert es bei Bildbänden zu oft, dass die Texte sehr anspruchsvoll sind oder aufgrund des beschränkten Platzes nur von Zahlen und Namen strotzen. Dies ist hier nicht der Fall und macht den Bildband perfekt für den Couchtisch zum immer mal wieder darin Blättern, um etwas mehr über Shakespeare als Person und auch über sein Leben, seine Werke und seine Zeit zu erfahren. 
Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Freitag, 10. Juni 2016

[Rezension] Hörspiel "Alice im Wunderland" aus dem Audio Verlag

Erschienen bei Der Audio Verlag am 22.04.2016 | 1 CD | ca. 52 Minuten
Hörspiel mit Hans Söhnker, Hans Timerding, Karen Wellmann u.v.a. 
ISBN: 978-3-86231-686-1 | 9,99 € | Kaufen

Als Alice ein weißes Kaninchen verfolgt, fällt sie in ein tiefes Loch und purzelt von einem Abenteuer ins nächste. In ihrem Wunderland scheint alles möglich.
(Quelle: Der Audio Verlag) 
Dieses Hörspiel ist für Kinder ab 5 Jahren und wird von vielen verschiedenen Sprechern vertont. Anlässlich des Filmstarts von "Alice through the Looking-Glass", das den zweiten Teil zum Film "Alice im Wunderland" unter der Regie von Tim Burton bildet. hat der Audio Verlag den Klassiker in kindgerechter Form als Hörspiel neu vertont.

Mit nur knapp einer Stunde Spielzeit ist das Hörspiel des Klassikers eine kurze Unterhaltung, aber für Kinder jüngeren Alters gut geeignet. Zwar reicht eine Stunde natürlich nicht, um das Buch in seiner Gänze wiederzugeben, doch das Hörspiel wird dem Original gerecht und enthält alle wesentlichen Punkte. Da das Hörspiel für Kinder konzipiert ist, fehlen einige der skurrilsten und seltsamsten Teile der Geschichte, doch diese hätten das junge Publikum wohl nur zu sehr verwirrt.

Die Sprecher des Hörspieles haben einen leichten Dialekt  bzw. eine schwache süddeutsche Sprachmelodie, was ich zunächst nicht erwartet hatte. Grundsätzlich stört mich so etwas nicht, aber hier kam es mir doch etwas unpassend vor. Ich hatte beim Hören nicht Alice und den Erzähler Lewis Carroll in England vor Augen, sondern eher ein kleines Dörfchen im ursprünglichen Deutschland. Meine Kritik bezieht sich also auf das entstehende Bild beim Hören und keineswegs auf die Qualität der Sprecher. Diese haben ihre Arbeit nämlich sehr gut gemacht und das Hörspiel mit Leben und Gefühl versetzt.

Von mir bekommt "Alice im Wunderland" aus dem Audio Verlag also eine eingeschränkte Empfehlung, da mir der Dialekt der Sprecher ein wenig das Gefühl genommen hat, einen englischen Klassiker zu hören. Die Länge und die Umsetzung der Geschichte hingegen ist sehr gut und hervorragend für Kinder geeignet.




Mittwoch, 8. Juni 2016

[Rezension] "Zeit zum Ausmalen - Blumen" ein Malbuch des Arena Verlages

Erschienen bei Arena im Januar 2016 | Broschur | 128 Seiten | 15*15 cm 
ISBN: 978-3-401-70925-3 | 4,99 € | Kaufen

In diesem handlichen 15*15 cm großem Malbuch finden sich viele verschiedene Motive zum Thema Blumen. Die Bilder haben verschiedenen Zeichenstile: manche sind etwas gröber mit dickeren Linien, manche eher filigran oder fast skizzenartig. Bei einigen Zeichnungen sind die Bildelemente sehr klein gehalten, doch für mich stellte das kein Problem dar.


Was mir an dem Malbuch sehr gut gefallen hat, sind die Bilder von bestimmten Blumenarten, die sogar mit einem Namensschild versehen sind. Eine schöne Kleinigkeit mit der das eigene botanische Wissen erweitert werden kann.



Die kompakte Größe des Malbuches ist sehr praktisch, da die Bilder deshalb nicht allzu groß sind und sich recht schnell ausmalen lassen. Ein kleiner Vergleich: In einem 25*25 cm großem Malbuch habe ich rund 3 Stunden zur Fertigstellung eines Bildes gebraucht. Bei diesem Malbuch war es nur etwa eine Stunde. Für ein Malbuch ist es also recht kurzweilig und man kann viele verschiedene Motive in relativ kurzer Zeit ausmalen.

Das Papier ist etwas dicker, weshalb man auch gut mit Filzstiften malen kann ohne, dass diese direkt durchdrücken. Allzu oft sollte man aber trotzdem nicht über die gleiche Stelle malen.


Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Malbuch. Die blumigen Illustrationen passen gut zum Frühlings- und Sommerwetter und verleiten dazu fröhliche und knallige Farben zu benutzen. Mir hat auch die Größe sehr zugesagt, da ich somit zwischendurch mal ein Bild ausmalen konnte und auch direkt ein Ergebnis hatte.

Freitag, 3. Juni 2016

{Deutscher Follow Friday} Was bevorzugt ihr: Reihen der Einzelbände?


Auch beim Deutschen Follow Friday von Sonja (A Bookshelf Full of Sunshine) bin ich diese Woche wieder dabei. 

Ziel des "Follow Fridays" ist es, unser Netzwerk zu erweitern, neue Blogger und Blogs kennenzulernen und vor allem, um Spaß zu haben! Und die Frage für diesen Freitag lautet: 

Was bevorzugt ihr: Reihen der Einzelbände?


Eigentlich mag ich Reihen ganz gerne. So hat man als Leser die Möglichkeit mehr über die Charaktere und die Welt zu erfahren. Das Problem, das ich aber mittlerweile mit Reihen habe ist, dass es einfach viel zu viele von ihnen gibt! Scheinbar muss jedes Jugend- und Fantasybuch heutzutage teil einer Reihe sein und mich nervt das! Ich habe unglaublich viele angefangene, aber nicht beendete Reihen und es werden leider auch nicht weniger, bei so vielen neuen Reihen, die ständig neu erscheinen. Meine Liste der Reihen findet ihr übrigens hier.

Wie geht es euch bei dieser Frage? 

Lest ihr gerne Reihen oder seid ihr damit im Zwiespalt wie ich? 



Donnerstag, 2. Juni 2016

[Rezension] "Gräser der Nacht" von Patrick Modiano

Erschienen bei dtv am 22.04.2016 | Übersetzt von Elisabeth Edl
Taschenbuch | 184 Seiten | ISBN: 978-3-423-14494-0 | 9,90 € | Kaufen

Als Jean in den 1960er-Jahren die geheimnisvolle Dannie kennenlernt, lebt sie in Paris, hat so viele Namen wie Adressen und verkehrt mit einer zwielichtigen Bande, die Kontakte nach Marokko unterhält. Trotz der vage lauernden Gefahr werden der angehende Schriftsteller und die junge Frau ein Paar. Doch dann verschwindet Dannie plötzlich und Jean wird als Zeuge in einem ungeklärten Todesfall verhört....
(Quelle: dtv)

Gleich zu Beginn möchte ich erwähnen, dass der Klappentext viel rasanter und geheimnisvoller klingt, als das Buch tatsächlich ist. Dies ist aber kein negativer Kritikpunkt. Es sollte nur erwähnt werden, da durch den Klappentext falsche Erwartungen an das Buch gestellt werden könnten.
Doch wie auch schon die Aufschrift „Nobelpreis für Literatur 2014“ vermuten lässt, ist das Buch alles andere als ein typischer Spionagethriller oder auch ein Krimi.

„Gräser der Nacht“ ist eher ein Bericht, bzw. die Erinnerungen des Protagonisten Jean, der in ihnen versucht, seine Erfahrungen und sein besonderes Erlebnis mit Dannie in den 60er Jahren zu verarbeiten und gedanklich zu ordnen. Vieles verschwimmt nach so vielen Jahren in Jeans Erinnerungen und wird undeutlich. Bei manchen Erinnerungen ist er sich nicht einmal mehr sicher, ob sie tatsächlich so stattgefunden haben, oder ob sie sich mit der Zeit, zusammen mit den wiederkehrenden Träumen und Auseinandersetzungen, verfälscht haben. Genau dieses Gefühl trägt Patrick Modiano authentisch an den Leser heran. Nur nach und nach lichtet sich der Nebel und man scheint immer mehr von der Geschichte zu verstehen.

Trotz des „hohen“ Anspruches an die nobelpreiswürdige Literatur ist der Schreibstil des französischen Autors sehr leicht und gut zu lesen.
Mich hat ein wenig gestört, dass die Geschichte größtenteils ohne wörtliche Rede auskommt. Das ist zwar interessant, da so die Authentizität der Erinnerungen des Protagonisten noch verstärkt wird, doch leider nimmt dieses Stilmittel dem Buch ein Stück Lebendigkeit. „Gräser der Nacht“ war für mich also eher geeignet, um immer mal wieder in kleineren Abschnitten zu lesen, als an einem Stück.

Das Buch umfasst recht wenige Seiten, die wiederum auch noch einen breiten Seitenrand haben. So hatte ich das Gefühl, schneller als gewohnt mehr Text zu lesen, obwohl es eigentlich weniger Text pro Seite war. Doch dieses schnelle Vorankommen, unterstützt die Form der Berichterstattung bzw. der Erinnerungen, da diese sehr kurz und flüchtig sind.

„Gräser der Nacht“ war für mich zwar anders als erwartet, aber trotzdem gut. Ich dachte zunächst, dass es mehr um politische Intrigen und eine fast schon actionreiche Geschichte gehen würde. Doch in Wirklichkeit war dies nicht der Fall und das Ziel des Buches blieb auf lange Sicht unklar.

Obwohl ich einige kleine Sachen zu bemängeln habe, bietet dieses Buch zusammengefasst eine Geschichte, die in der Form seiner Erzählung und dem Inhalt perfekt abgestimmt ist. Und ich denke daran erkennt man, dass man hier nicht nur irgendeines von vielen zeitgenössischen Werken in der Hand hält, sondern eines, welches die Aufmerksamkeit verdient. Ich bin also sehr zufrieden mit „Gräser der Nacht“ und empfehle es gerne weiter.

Ich ziehe jedoch aufgrund der fast immer fehlenden wörtlichen Rede und der etwas zu langwierigen Ziellosigkeit einen Stern ab. 
Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

(Coverrechte liegen beim Verlag)